Franchise | Engel & Völkers sieht Markt für Anlageimmobilien in Münster als leergefegt an

25.08.2016

Der Markt für Anlageimmobilien im westfälischen Münster ist nahezu leergefegt. „Aufgrund der hohen Nachfrage werden die Kaufpreisfaktoren auch in diesem Jahr weiter steigen“, erwartet Markus Baumgarte, Bereichsleiter Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers Commercial in Münster.

Das international tätige Beratungs- und Vermittlungsunternehmen für Gewerbeimmobilien prognostiziert in dem aktuell erschienenen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Münster“ eine Transaktionszahl zwischen 45 und 55 Objekten bei einem Umsatzvolumen, das sich zwischen 50 bis 65 Mio. EUR bewegen werde.

Ein statistischer Ausreißer

Für 2015 weist die Gesamtmarktstatistik 52 Transaktionen mit einem Geldumsatz von 55 Mio. EUR aus. Verglichen mit dem starken Vorjahresergebnis ging die Anzahl der gehandelten Objekte um 34% und das dazugehörige Umsatzvolumen um 52% zurück.

„Die Vermittlung einer Wohnanlage mit 239 Wohn- und drei Gewerbeeinheiten über Engel & Völkers Commercial hat im Jahr 2014 maßgeblich zu dem überdurchschnittlich hohen Ergebnis von 114 Mio. EUR beigetragen“, erläutert Baumgarte. Rechne man diesen Ausreißer heraus, liegt das Umsatzvolumen 2015 etwa 40% unter dem Vorjahresergebnis. Die Käufer zahlten im Schnitt rund 1,1 Mio. EUR pro Objekt.

Alle Lagen gefragt

Wohn- und Geschäftshäuser sind in allen Lagen gefragt. Für erfahrene Bestandshalter kommen auch Sanierungsobjekte infrage, die eine langfristige Renditesteigerung erwarten lassen. Zunehmend sind Entwickler mit Aufteilungsabsichten am Markt aktiv. Der überwiegende Teil der privaten Anleger kommt aus der Region.

„Vermehrt interessieren sich auch überregionale und internationale Investoren, wie beispielsweise Family Offices und Versicherungen, für Anlageobjekte ab einem Objektvolumen von 5 bis 10 Mio. EUR im Münsteraner Wohn- und Geschäftshausmarkt, da sie in den deutschen A-Standorten auf ein zunehmend knapperes Angebot und ein höheres Preisniveau treffen“, ergänzt der Marktexperte. Erstkäufer und kleinere Bestandshalter investieren in Objekte mit einem Wert von bis zu eine Mio. EUR. Private Investoren mit einem größeren Bestand sind bereit, bis zu zwei Mio. EUR zu zahlen.

Steigende Faktoren

Neben den etablierten Lagen wie der Münsteraner Innenstadt und dem Kreuzviertel entwickeln sich beispielsweise das Hansa- und das Erphoviertel im Stadtbezirk Mitte zunehmend zu beliebten Wohnstandorten von Studenten und jungen Familien.

„In den guten Lagen wie diesen sind die Faktoren auf das 16,0- bis 19,0-Fache der Jahresnettokaltmiete gestiegen“, berichtet Baumgarte. Im Stadtteil Kinderhaus stoßen einige Mikrolagen auf ein zunehmendes Mieter und Anlegerinteresse. Am Ortseingang sollen z.B. zwischen Grevener Straße und Ermlandweg Mehrfamilienhäuser mit Wohnangeboten für verschiedene Nachfragegruppen entstehen.

Hohe Nachfrage nach Wohnraum

Münster verzeichnet als attraktiver Wohn- und Universitätsstandort über eine entsprechend hohe Nachfrage nach Wohnraum. Obwohl im Jahr 2015 insgesamt 1343 Wohnungen fertiggestellt worden sind, ist dieser Bedarf bei Weitem nicht gedeckt. Vor dem Hintergrund steigender Einwohnerzahlen und einer Leerstandsquote von 0,6%, die den Mangel an Wohnraum verdeutlicht, hält die Stadt Münster im Rahmen des Handlungskonzepts „Wohnen“ ein jährliches Neubauvolumen von 1.500 Wohneinheiten für erforderlich.

In erster Linie soll dieses Volumen innerhalb der bestehenden Flächen realisiert werden, darüber hinaus sind auch neue Wohnstandorte vorgesehen. So wird beispielsweise in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen Kasernenareal in Gremmendorf das neue „York-Quartier“ mit etwa 1800 Wohnungen entwickelt.